12/02/2009

Erneuerbare Energien : das Engagement der Europäischen Kommission.

anne Houtman

Am 27. November 2008 empfing Anne Houtman von der Generaldirektion « Energie – Transport » der Europäischen Kommission, Biogasmax in Brüssel, um Europas Einstellung zum Biogas und zu seinen Entwicklungsperspektiven bekannt zu geben. Unter den verschiedenen angesprochenen Punkten wurde deutlich, dass die aktuelle Krise die europäische Unterstützung von Projekten im Bereich erneuerbarer Energien nicht in Frage stellen sollte – ganz im Gegenteil. Desweiteren werden europäische Initiativen geschaffen, die vor allem das Engagement kleiner Gebietskörperschaften im Bereich der sauberen öffentlichen Verkehrsmittel unterstützen sollen.


Die aktuelle Wirtschafts- und Finanzkrise wird im Jahr 2009 sicherlich einen wirtschaftlichen Abschwung mit sich bringen. Außerdem war bereits ein Einbruch des Erdölpreises zu verzeichnen. Gefährden reduzierte Investitionsmittel und eine „billige“ fossile Energie Projekte im Bereich erneuerbarer Energien, die weiterhin die politische und finanzielle Unterstützung Europas benötigen?
Frau Houtman äußerte sich klar und deutlich zu dieser Frage. Der momentane Tiefpreis des Erdöls kann nur konjunkturbedingt sein: sobald es zu einem Aufschwung kommt, werden die erdölproduzierenden Länder ihre Preise erhöhen müssen, um die Nachfrage zu befriedigen. Man muss deswegen die Möglichkeit dieser Krise nutzen, um Europas Einsatz für eine längerfristige, nachhaltige Entwicklung zu stärken. Die Forschungspolitik sowie Projekte und „demonstrations“ in Sachen erneuerbare Energien müssen gefördert werden. Gleichzeitig muss die Energienachfrage stabilisiert bzw. verringert werden.

Im Januar 2008 legte die Europäische Kommission fest, dass jede gegen den Klimawandel kämpfende Innovation als eine Förderung des Wirtschaftswachstums anzusehen sei (Mitteilung vom 23.1.2008 „2020 by 2020 - Europe’s climate change opportunity“). In einer Mitteilung vom 29. Oktober 2008 („From financial crisisto recovery: A European framework for action“) bestätigte die Kommission diese Position und fügte hinzu: ”Eine CO2-schwache Wirtschaft stellt eine Möglichkeit dar, neue Arbeitsplätze zu schaffen und neue Technologien zu entwickeln.”

Um sich auf die Zukunft und den nächsten Aufschwung bestmöglichst vorzubereiten, müssen die Bemühungen für die Entwicklung und die Innovation, sowie die „demonstrations“ und der Austausch von bewährten Verfahren fortgesetzt werden. Europa und die Europäische Investitionsbank (EIB) werden sinnvolle Projekte dieser Art unterstützen: „... wo es gute Projekte gibt, gibt es Geld“, betont Houtman.

Diese Perspektive ist vielversprechend für die Zukunft von Biogas, dessen große Fortschrittsspanne sowohl bei den Fahrzeugen, die leistungsfähiger werden müssen, als auch bei den Nutzern, insbesondere bei den Flottenbetreibern der Gebietskörperschaften, weithin anerkannt ist. Letztere haben allen Grund von den Vorteilen der Biogasproduktion überzeugt zu sein, die sowohl eine Senkung des CO2-Ausstoßes im öffentlichen Nahverkehr als auch das Recycling organischer Stadtabfälle ermöglicht.

Kleine und mittlere Gebietskörperschaften verfügen über ein hohes Entwicklungspotential für Biogas als Kraftstoff. Allerdings könnte sich ihre Größe als Bremse für eine lokale Gasfahrzeugentwicklung herausstellen. Da wo der Bedarf an Bussen im Vergleich zu großen Ballungsgebieten und Metropolen begrenzt ist, kann man sich oft nicht mit Gasbussen ausstatten. „Ein Hersteller wird keine Kleinserien starten (...) oder aber er wird unerschwingliche Preise dafür verlangen, die den Elan kleiner Städtegemeinden bremsen könnten.“, meinte Houtman.

Um dieser Situation vorzubeugen, wird die europäische Kommission demnächst eine für Gebietskörperschaften bestimmte Internetseite ins Leben rufen. Mit dieser Website können letztere ihre Einkäufe von sauberen Fahrzeugen gruppieren, ihre Aufträge zusammen erteilen und somit konkurrenzfähigere Preise erwirken. „Dieses lang erwartete Werkzeug ist Teil des diesjährigen Arbeitsprogrammes“, betont Houtman.

Das europäische Komitee arbeite an einer Harmonisierung der europäischen Gasfahrzeugnormen, präzisiert Frau Houtman, und werde in den nächsten Jahren allgemeingültige Normen aufstellen, auch wenn es sich dabei um einen langen Prozess handelt. Dies werde die interne Entwicklung des Gasfahrzeugmarktes beschleunigen.

Mehr Informationen im Newsletter « Biogasmax News » vom Februar 2009

 

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