10/11/2008

Biomethan demnächst im französischen Erdgasnetz

cvo panoramique recadre

In Frankreich war die Zulassung des Kraftstoffes Biomethan im Erdgasvertriebsnetz an eine Auswertung der Umwelt- und Gesundheitsrisiken gebunden. Die AFSSET (in etwa: Französische Agentur für gesundheitliche Sicherheit der Umwelt und der Arbeit) hat sich dazu am 29.10.08 positiv geaüßert Die Einspeisung des Biomethans in das Vertriebsnetz sowie die steuerlichen Anreize für ein "grünes Gas" werden sicherlich die Entwicklung der "Biomethan-Schiene"als beste Biogas-Verwertung fördern.


Obwohl Erdgas als Kraftstoff bereits als sicher, leistungsstark und für die Umwelt weniger belästigend als Benzin oder Diesel anerkannt ist, wurde in Frankreich die Biomethan-Schiene erst jüngst richtig unterstützt. Dabei haben einige Initiativen deren ganzen Profit herausgestellt. In der Stadtgemeinde LILLE (LMCU) ermöglicht es die Methanisierung der organisch-städtischen Abfälle, Biomethan zu gewinnen und es als Kraftstoff für die Busse und Müllwagen der Stadt zu benutzen. Außerdem wurde diese Wahl umweltpolitisch legitimiert durch eine im September 2007 von der ADEME und GDF beauftragte Analyse des Lebenszyklus der Biogasverwertunsverfahren (zum Downloaden der Schlussfolgerungen hier klicken !).


Anlässlich des „Grenelle de l’Environnement“ (Oktober 2007) hat der Biogasclub zum Vorantreiben dieser Schiene einige Arbeitsrichtungen angedeutet, deren Ökoprofite am interessantesten erscheinen. Seine Anregungen wurden berücksichtigt, da bei einem vor kurzem veranstalteten Kolloquium zu diesem Thema Charles Thiébaut (von der Generaldirektion zur Vorbeugung der Risiken im Ministerium für Umwelt, Energie, nachhaltige Entwickung und Raumplanung) behauptete, „man habe sich dafür eingesetzt, die Methanisierung mit angemessenen Unterstützungen und Vorschriften zu fördern“ (Kolloquium vom 07.10.08 am „Nationalen Technischen Tag“ – Ein Projekt zur Methaniserung von Haushalts-, Landwirtschafts- und Industrieabfällen erfolgreich zustande bringen. ADEME).


Für ihre Weiterentwicklung wartete die Branche « Biogas als Kraftstoff » nur noch auf die Genehmigung, ihr Biomethan ins Erdgasnetz einzuspeisen, da die Produktion von Biogas stetige Mengen hervorbringt, der Verbrauch allerdings schwankt.Um als Kraftstoff geeignet zu sein, muss das Biogas „gereinigt“ werden (Trocknung, Entschwefelung, Entzug des Kohlenwasserstoffs). Somit gleicht es in seinen Eigenschaften dem NGV, welches in Fahrzeugen zum Einsatz kommt. Deshalb war die Genehmigung des Einspeisens an erster Stelle an technische Spezifikationen gebunden, welche die GDF im Dezember 2007 aufstellte und veröffentlichte (technische GDF-Spezifikationen von Dezember 2007 hier downloaden)). Es blieb die Auswertung der Gesundheits- und Umweltrisiken. Diese Studie wurde im September 2006 der AFSSET (der Französischen Agentur für gesundheitliche Sicherheit der Umwelt und der Arbeit) anvertraut. Nach Ch. Thiébault müssten deren Schlussfolgerungen Resultate sehr schnell vorliegen und „vorbehaltlos Biogas begünstigen, das aus Methanisierung von Abfällen oder der Entladung von ungefährlichen Abfällen entsteht“.


Auf diese Weise sollte die Anlage zur Verwertung organischer Abfälle (CVO) in Lille-Sequedin sehr bald vom Energieministerium ihre Zulassung bekommen, und die Vernetzung ihres Kanalisationssystems des „geklärten“ Biogases mit dem Gasnetz Frankreichs in Betrieb nehmen. Anschliessend werden die Prefets die endgültigen Genehmigungen erteilen.


Die Unterstützung durch die Verwaltung ist sicherlich notwendig, aber steuerliche Anreize wären ebenfalls sehr hilfreich, da sich die Wirtschaftlichkeit als unentbehrlich beim Entwickeln dieser Energienutzung erweist. Im Zuge des „Grenelle de l’environnement“ wurde dieser Aspekt auch aufgeführt, wobei das „Ausrichten der Unterstützung des Biogases als Kraftstoff auf dem gleichen Level wie Stromherstellung“ auch hervorgehoben wurde (Einschub von Ch. Thiébault zum Kolloquium des 07.10.08). Man bemerkt, dass im Finanzgesetz 2008 das NGV von der TIPP befreit wurde. Wenn man darüber einkommt, dass Biomethan als Kraftstoff identisch ist mit dem NGV und zusätzlich auch noch erneuerbar ist, könnte es auch von dieser Steuerbegünstigung profitieren. Das Prinzip eines „grünen Gases“ auf den gleichen Standard zu bringen wie ein „grüner Strom“ würde sich als sehr starker Entwicklungsfaktor erweisen. In Schweden übrigens, das schon sehr weit voraus bei der Entwicklung der Biogasnutzung ist, sollte die Steuerbehörde ab 2009 das Prinzip des „grünen Gases“ überprüfen.

www.afsset.fr

 

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